22.07.2017

Bürstädter Zeitung: Breitbandausbau für Crumstadt und Erfelden beginnt

RIEDSTADT - Drei Bagger arbeiten sich seit Mittwochnachmittag in einer langgezogenen Linie auf dem Grasstreifen entlang der K 153 in Richtung Crumstadt vor. Bauarbeiter mit Meterstäben gehen vor den gelben Baufahrzeugen her und prüfen die Tiefe der schmalen Schächte. Eine riesige Kabeltrommel mit pinkfarbenen Leerrohren liegt etwas abseits, bereit für die spätere Verlegung.


Nachdem sich der Baubeginn bereits mehrfach verzögert hatte, fällt die letzte Verschiebung um zwei Wochen kaum noch ins Gewicht: Vom saarländischen Telekommunikationsunternehmen inexio ursprünglich für Ende 2016 versprochen, sollen nun bis spätestens Ende dieses Jahres die Stadtteile Crumstadt und Erfelden mit schnellem Internet versorgt sein. Als erste Maßnahme wird dafür die Verbindung vom sogenannten „Backbone“ (englisch für Rückgrat), dem Hauptstrang des Glasfasernetzes in der Nähe der Bundesstraße 44, in offener Bauweise bis nach Crumstadt hergestellt.

In etwa zwei Wochen werde der Stadtteil erreicht und dann noch einmal etwa einen Monat im Ort selbst gearbeitet, schätzt Zibi Kowalski, Bauleiter der von Inexio beauftragten Firma Fiber Optics Technology GmbH mit Sitz in Hamburg, der am Donnerstagmittag nach einer Baustellenbesprechung die Aushubarbeiten inspiziert. Nächste Woche sollen dann auch die Tiefbauarbeiten für Erfelden beginnen, erklärt der Bauleiter weiter. „Wir arbeiten dann mit zwei Kolonnen in Crumstadt und einer Kolonne in Erfelden.“ Bis Anfang September sollen nach derzeitigem Plan die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein. Wie genau der Breitbandausbau erfolgen soll erläutert Thomas Schommer, Pressesprecher von Inexio: „Als erstes werden in offener Bauweise die Leerrohre eingebracht, in die später die Glasfasern eingeblasen werden. Auf diese Weise verlegen wir von der Haupttrasse bis zu unseren neuen Technikstandorten.“

Ab den Kabelverzweigern – den grauen Kästen am Straßenrand – bis zu den Hausanschlüssen werden die vorhandenen Kupferkabel der Telekom genutzt und durch Vectoring, ein Verfahren zur Störungsunterdrückung, beschleunigt. Auf diese Weise sollen Kunden mit Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Internet surfen können, versichert Anja Genetsch, Leiterin Vertrieb Kommunen bei Inexio.

Die Verzögerungen in Riedstadt waren entstanden, weil Inexio ursprünglich einen Glasfaserausbau im Bohrspülverfahren bis zu den Hausanschlüssen geplant hatte. Dies aber habe die Stadt als Grundstückseigentümerin von Anfang an abgelehnt, weil sie Schäden an Wasser- oder Abwasserleitungen befürchtete, die erst wesentlich später entdeckt werden und hohe Reparaturkosten verursachen könnten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Wir wissen um die Bedeutung des schnellen Internets für Privatpersonen und Unternehmen – gleichzeitig müssen wir aber als Stadt auf das gemeinschaftliche Eigentum achten“, erklärt darin Bürgermeister Marcus Kretschmann (CDU). Er weist darauf hin, dass Inexio nicht im Auftrag der Kommune tätig sei, sondern das Recht zum Breitbandausbau aufgrund einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur erhalten habe.

Nach dem Ärger der Vergangenheit schaut Inexio-Pressesprecher Schommer nun nach vorn: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es zu einem guten Ende kommt.“ Und auch der Bürgermeister versichert: „Soweit es um die Genehmigungen für die Bürgersteigaufbrüche geht, wird die Stadt natürlich alles tun, um die Angelegenheit zu beschleunigen.“

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