08.06.2016

Die Rheinpfalz: Inexio liebäugelt mit Börse

US-Finanzinvestor steigt ein bei Telekommunikationsbetreiber aus Saarlouis


SAARLOUIS/KAISERSLAUTERN. Der vom Ex-Telekom-Chef René Obermann als Partner mitgeführte US amerikanische Finanzinvestor Warburg Pincus plant einen 125 Millionen Euro schweren Einstieg beim Saarlouiser Telekommunikations-Netzbetreiber und –anbieter Inexio.

Beide Unternehmen bestätigten ein entsprechendes Vorhaben. Geplant ist ein Anteilsbesitz von 51 Prozent, Obermann soll Aufsichtsratsvorsitzender werden. Mit dem frischen Geld plant das 200 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen – zehn darunter in Kaiserslautern – Übernahmen im Bereich Netz und Breitband-Dienstleistungen.

Mit dem Betrieb von Glasfasernetzen, schnellem Internet-Zugang über Funk in dünnbesiedelten Gebieten, und anderen Kommunikationsdienstleistungen machte Inexio 2014/15 (Geschäftsjahresende 30.September) einen Umsatz von 47 Millionen Euro. 2011 bis 2015 stieg der Umsatz jährlich um 34 Prozent. 60.000 Privatkunden und 4000 Gewerbebetriebe sind angeschlossen an die sechs eigenen Rechenzentren. Knapp 700 Ortsnetze sind in Betrieb, das Glasfasernetz bringt es auf eine Länge von 5500 Kilometern. Großprojekte der Erschließung schnellen Internets sind zurzeit in Cochem, im Rhein-Lahn-Kreis und entlang der Autobahn 65 bis Karlsruhe in der Mache. Wegen des steigenden Datenverbrauchs sowohl von Firmenkunden als auch von Privaten – Stichwort Fernsehen über VDSL – geht Inexio von einem weiteren starken Wachstum aus.

Der Start von Inexio wurde seit 2009 unter anderem mit Wagniskapital vom Land Rheinland-Pfalz, über die Investitions- und Strukturbank (ISB), finanziert. Der Anteil der ISB an dem in der Form einer Kommanditgesellschaft auf Aktien geführten Mittelständlers soll nun von der Obermann- Firma übernommen werden. Außerdem ist eine Kapitalerhöhung von 30 Millionen Euro geplant. Auf welche Summe der ISB-Anteil sich beläuft, dazu machten weder die ISB noch Inexio gestern eine Angabe. Der Wert des einstigen Start-ups von Gründer David Zimmer wird auf 250 Millionen Euro geschätzt.

Über die Stammmärkte Saarland und Rheinland-Pfalz hinaus hat sich die Inexio ausgedehnt, betreibt Netze auch in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern konnte man jüngst Ausschreibungen gewinnen. Künftig sei auch der französische Markt im Visier, heißt es aus Saarlouis. Die Geschäftsführung bleibt auch nach dem Einstieg des US-Finanziers unverändert. Innerhalb der kommenden fünf Jahre plant Inexio nun, an die Börse zu gehen, sagte Gründer David Zimmer.

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