07.06.2016

Saarbrücker Zeitung: Inexio strebt an die Börse

Investor Warburg Pincus soll über Mehrheitsübernahme Wachstum der Saarlouiser begleiten

Rund die Hälfte an Inexio hält künftig die Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus. Deren Chef René Obermann bringt als früherer Telekom-Vorstandsvorsitzender Expertise und einen guten Namen in den Kauf ein.

Saarlouis. Der Saarlouiser Glasfaser- und Telekom-Anbieter Inexio steuert auf einen Börsengang innerhalb der kommenden fünf Jahre zu. Das sagten gestern die Geschäftsführer David Zimmer und Thorsten Klein. Den Weg dahin soll die Private-Equity-Firma Warburg Pincus begleiten. Die US Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York hat gestern gemeinsam mit den Inexio-Chefs ihren Einstieg bei dem Saarlouiser Unternehmen bekannt gegeben. Sie werde voraussichtlich eine Beteiligung von rund 51 Prozent des Unternehmens im Wert von rund 125 Millionen Euro erwerben, hieß es gestern. Die spätere Anteilsverteilung sei davon abhängig, inwieweit sich die Altaktionäre an einer geplanten Kapitalerhöhung in Höhe von 30 Millionen Euro beteiligen. Warburg Pincus übernimmt einerseits Anteile, die das Land Rheinland-Pfalz an Inexio hält, andererseits beteiligt sich der Investor an der Kapitalerhöhung.

Schon seit Jahren setzt Inexio auf eine Wachstumsstrategie, die neben dem reinen organischen Wachstum durch den Ausbau des Glasfasernetzes auch auf Zukäufe setzt. Dafür sei es wichtig, ausreichend Kapital nicht nur über die Bankenfinanzierung zu bekommen, sondern es auch in der eigenen Firma zu haben. Bereits 2013 hatte die Deutsche Beteiligungs AG zehn Prozent der Inexio-Anteile für zehn Millionen Euro übernommen.

Heute wird Inexio mit 250 Millionen Euro bereits auf den zweieinhalbfachen Unternehmenswert geschätzt.

Die Entscheidung für Warburg Pincus als künftigem Großaktionär hängt auch mit dessen Chef, dem früheren Telekom-Manager René Obermann, zusammen. „Obermann kann uns da helfen, wo wir bisher wegen unserer Regionalität und auch unserer Größe gescheitert sind“, sagt Klein. Außerdem ist Obermann in der Branche vernetzt.

Gerade weil die Investment-Firma bei potenziellen Übernahmen auch mit zusätzlichem Geld bereitstehe, seien die Chancen für Inexio gut, bei günstigen Gelegenheiten auch den Zuschlag zu bekommen. „Außerdem können wir mit so einem Partner auch deutlich größere Investitionen stemmen“, sagt Klein. Aktuell ist Inexio schon intensiv dabei, sich an der Konsolidierung im Markt zu beteiligen. „Wir sind längt ein ernst zu nehmender überregionaler Anbieter.“ Im Laufe des letzten Jahres habe das Unternehmen seine Netze auch nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgedehnt, sagt er.

An der Management-Struktur bei Inexio werde sich auch bei einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse nichts ändern. „Durch die Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien werden Thorsten Klein und ich als Altgesellschafter weiter das Sagen haben“, sagt Zimmer. Änderungen werde es aber im Aufsichtsrat geben, in den zwei Mitglieder von Warburg Pincus einziehen – unter anderem Obermann selbst als künftiger Aufsichtsratschef.

Für Zimmer und Klein ist mit dem Einstieg der Grundstein für den späteren Börsengang gelegt. „Das Ziel eines Investors ist es immer, irgendwann wieder auszusteigen“, sagt Zimmer.

Ritterschlag für Inexio

David Zimmer gilt als Vorzeige-Manager im Saarland. Der Einstieg von Warburg Pincus bei seinem Unternehmen Inexio zeigt, dass ihm der Ruf nicht zu Unrecht vorauseilt. Mit René Obermann hat er einen der bekanntesten Telekom-Manager in sein Unternehmen geholt. Neben dem Geld, das Obermann in das Unternehmen bringt, ist es auch sein Name, der Inexio den Ritterschlag verleiht. Wenn Obermann dieses Unternehmen als führenden Spieler im Telekom-Markt sieht, haben Zimmer und sein Kollege Thorsten Klein alles richtig gemacht. Die Chance, dass das Saarland bald ein weiteres Börsenunternehmen hat, ist gro

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