31.10.2018

Die Rheinpfalz: Zwischenschritt ins digitale Zeitalter

Südliche Weinstrasse: Die digitale Zukunft hat nun auch im letzten Winkel des Landkreises Südliche Weinstraße begonnen. Der gestrige erste Spatenstich in der Berglandhalle in Gossersweiler-Stein war der offizielle Startschuss für den lange angekündigten Breitbandausbau durch das saarländische Unternehmen Inexio. Bis Ende 2019 sollen alle Haushalte im Kreis mit mindestens 30 Mbit/s versorgt sein.

Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) erinnerte in seiner Begrüßung an die vielen Hürden, die in den letzten zweieinhalb Jahren genommen werden mussten. Er hob die große Einigkeit der kommunalen Familie hervor. Eigentlich ist der Breitbandausbau eine Aufgabe der Ortsgemeinde. In diesem Fall haben die Ortsgemeinden die Aufgabe an die Verbandsgemeinden übertragen. Diese wiederum haben den Kreis damit beauftragt. Es musste ein Cluster gebildet werden, um an die Fördermittel zu kommen, erinnerte Seefeldt an das Prozedere.Wie mehrfach berichtet, wird das Ausbauunternehmen Inexio in allen sieben Verbandsgemeinden des Kreises verbliebene Versorgungslücken, sogenannte weiße Flecken, schließen. Rund 6000 Haushalte, über 300 Unternehmen und 50 Schulen sollen an das Glasfasernetz angebunden werden. Rund 10,9 Millionen Euro werden investiert. Das Projekt wird mit 5,45 Millionen Euro (50 Prozent) vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur gefördert. Vom Land gibt es einen Zuschuss über 4,36 Millionen Euro (40 Prozent), rund 1,09 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil des Kreises.

„Breitband ist enorm wichtig für die Entwicklung im Landkreis und heutzutage ein fundamentaler Teil der Daseinsvorsorge, genau wie Strom und Wasser“, sagte Seefeldt. 30 Mbit/s seien nur ein Zwischenschritt, betonte der Landrat, Ziel sei es, Glasfaserkabel in alle Haushalte zu leben, um flächendeckend Gigabit-Versorgung zu erreichen.

„Heute wird eine wichtige Weiche für die digitale Zukunft des Landkreises gestellt“, sagte Thomas Gebhart (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Die Digitalisierung komme, „ob wir das wollen oder nicht“. Schnelles Internet müsse allen Menschen zur Verfügung stehen, nur so sei Wohlstand im Sinne der sozialen Marktwirtschaft zu schaffen. „Die Lücke zwischen Ballungszentren und ländlichen Regionen muss geschlossen werden“, forderte Gebhart.

Randolf Stich (SPD), Staatssekretär im Mainzer Innenministerium, hob hervor, wie wichtig die Cluster-Bildung durch die Landkreise gewesen sei. „Hätten die Verbandsgemeinde die Anträge gestellt, hätten wir einen Flickenteppich im Land“, sagte Stich. Im Kreis SÜW würden bis Ende 2019 410 Kilometer Glasfaser und 608 Kilometer Leerrohr verlegt, so Stich. Rheinland-Pfalz stehe beim Breitbandausbau sehr gut da. „Rund 81 Prozent der rheinland-pfälzischen Haushalte können auf Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s zurückgreifen“, sagte Stich. Bis Ende 2025 wolle das Land 575 Millionen investieren, um landesweit Bandbreiten im Gigabit-Bereich zu ermöglichen, kündigte der Staatssekretär an.

Vom Breitbandausbau profitierten alle, er helfe, die digitale Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, sagte Pietro Pitruzzella von atene Kom. Das Unternehmen arbeitet ausschließlich für öffentliche Auftraggeber und ist auf Fördermittelverwaltung und -akquise spezialisiert. Für den Kreis hat es die Zuschussanträge gestellt. „Ich bin richtig froh, dass wir das Projekt gewonnen haben“, betonte Anja Genetsch, Abteilungsleiterin Kommunaler Projektvertrieb bei Inexio. Ihr Unternehmen sei schon seit vielen Jahren im Landkreis aktiv. „Vor allem entlang der A 65. Wir haben die gesamte Verbandsgemeinde Edenkoben eigenwirtschaftlich ausgebaut“, sagte Genetsch. Deshalb sei es für Unternehmen besonders wichtig, „dass wir auch den Rest erschließen“. Rund 6000 weiße Flecken sollen angeschlossen werden. „Entlang der Trassen bieten wir 6000 weiteren Haushalten Glasfaseranschlüsse an, sodass wir insgesamt 12.000 weitere Haushalte versorgen können.“

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